Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Im März 1960 begannen die Bauarbeiten für unser schönes Freizeitbad Geesthacht. Bis es endlich dazu kam, sind schon einige Badeanstalten an dieser Stelle der Elbe errichtet worden. Bereits im Jahr 1898 wird das erste Bemühen um eine Strandbadeanstalt in Geesthacht durch eine Zeitungsmeldung des Bürgervereins schriftlich dokumentiert. Es folgten feste und schwimmende Flussbadeanstalten, die sich durchweg großer Beliebtheit erfreuten.

Am 14. Mai 1961 wurde dann das Freizeitbad Geesthacht offiziell eröffnet. Anders als seine Vorgänger war die Anlage nun unabhängig von Wasserstand und Strömung der Elbe nutzbar. Der damals amtierende Bürgermeister Krause hielt eine Eröffnungsrede, auf die weitere Feierlichkeiten folgten. So gab es Spring- und Rettungsvorführungen der DLRG, Tauchvorführungen mit und ohne Gerät und eine öffentliche Einsatzübung der Geesthachter Feuerwehr-Rettungsschwimmer. An diesem Tag waren 174 Gäste geladen und auch 3.000 Besuchern wollten sich die Eröffnung ihres Freizeitbades nicht entgehen lassen. Die Becken waren an diesem Tag noch unbeheizt, doch auch 11 Grad Wassertemperatur konnte den echten Wasserratten nichts anhaben.

Die Liebe zu unserem Geesthachter Freizeitbad ist bis heute geblieben. So ist es nach wie vor ein beliebtes Ausflugsziel für alle Altersklassen und für viele ein Lieblingsplatz des Sommers. Pünktlich zum runden Geburtstag steht der nächste, große Umbau an. Die gesamte Anlage des Nichtschwimmerbereichs wird neu gemacht und aus dem alten Nichtschwimmerbecken werden zukünftig zwei. Als erstes entsteht ein Erlebnisbecken mit einem Strömungskanal, einer Schaukelbucht, mehreren Bodensprudler sowie Sprudelliegen. Das zweite Becken zukünftig überwiegend für Aqua-Fitness-Kurse genutzt. Außerdem finden sich hier Nacken- und Massageduschen zum Entspannen.

Ganz neu ist auch das Kleinkindbecken. Auf zwei Ebenen gibt es für die kleinen Wasserratten neben ausreichend Platz auch Wasserspritzer und Wasserigel zu entdecken. Nebenan befinden sich außerdem drei Boden-Trampoline, ein Spielschiff sowie ein Federspielgerät. Die alte Rutsche als echtes Wahrzeichen des Freizeitbades bleibt erhalten und mündet zukünftig nach rechts in ein eigenes Auslaufbecken. Und sie bekommt mit einer zweiten Rutschanlage sogar Verstärkung.

Wer schon mal durch unseren Zaun geschaut hat, sieht sicherlich, dass auf der Baustelle nach wie vor fleißig gearbeitet wird. Im Bereich des Tiefbaus entstehen die Aushübe für die Rutschen, die neuen Schwallwasserbehälter und die Rohre der Becken. Außerdem verlegen wir das neue Regen- und Abwasserleitungssystem auf dem gesamten Gelände.

Ebenfalls im Aufbau sind ein neues Technikgebäude und das Aufsichtsgebäude. Die Anlieferung der neuen Rutsche erfolgt voraussichtlich in der kommenden Woche. In den Becken selbst steht das Einschweißen der Böden noch bevor.

Für dieses Jahr waren eine große Geburtstags- und Eröffnungsfeier geplant, welche leider aufgrund der aktuellen Einschränkungen durch die Corona Pandemie nicht stattfinden werden. Noch immer können wir nicht sagen, wie genau es in diesem Jahr mit unserem Freizeitbad weitergeht. Sobald wir hierzu eine Aussage treffen können, informieren wir unsere Badegäste natürlich sofort.

Unser großer Dank geht an den Geschichtsverein Geesthacht, welcher uns die Bilder und die Historie aus seinem Archiv bereitgestellt hat.

Historie des Freizeitbads Geesthacht

1898: Erstmals wird das Bemühen um eine Strandbadeanstalt durch eine Zeitungsmeldung des Bürgervereins schriftlich festgehalten.
1901: Eine erste Badeanstalt wird im Hafenbereich eingeweiht.
1903/4: Flut und Eisgang zerstören die erste Anlage.
1905: Eröffnung einer ersten Flussbadeanstalt durch Privatinitiative Christian Reimers, welche durch Zuschuss subventioniert wird.
1914: Baden außerhalb der Badeanstalt unter Strafandrohung verboten.
1921: Badeanstalt nach Altona verkauft, wenig später pachtete die Gemeinde die Anlage von Altona.
1922: Die Badeanstalt wird von der Gemeinde gekauft.
1927: Paul Köchel gründet in Geesthacht die DLRG.
1930: Am 27.Juli wird das neue Strandbad auf 10.000 m² mit Flussbadeanstalt eingeweiht.
1943: Die Badeanstalt wird stark beschädigt, sie ist kaum noch brauchbar.
1944: Die Badeanstalt wird behelfsmäßig wieder errichtet.
1947: Die schwimmende Badeanstalt wird endgültig abgebrochen.
1948: Die neue, feststehende Anlage wird in Betrieb genommen.
1957: Die Gesellschaft zur Förderung des Freibades Geesthacht e.V. wird gegründet. Treibende Kraft ist Heinrich Gehle.
1958: Die Stadt zählt neun Todesfälle beim Baden in der Elbe.
1961: Am 14. Mai wird das Freibad eröffnet.
1971: Es gibt eine Rekordbesucherzahl von 156.991 Menschen.
1987: Das Freibad bleibt wegen Renovierungsarbeiten geschlossen.
1988: Am 15. Mai wird das sanierte Freibad wieder eröffnet. Es kommen über 1.300 Besucher zur Neueinweihung.
1990: Das Freibad bekommt Polyesterfelsen, eine kleine Rutsche, Wasserfälle und Massagebrausen. „Affenfelsen“ (fünf Meter hoch) ziert das Nichtschwimmerbecken.
1991: Bademeister Reinhard Frischmuth nimmt seine Arbeit auf.
2001: Die DLRG weiht ihre neue Rettungsstation ein – Taufname: „Eiserner Heinrich“ nach Heinrich Gehle.
2002: Während des „Jahrhunderthochwassers“ 2002 entgeht das Freibad knapp einer Überschwemmungskatastrophe.
2020: Der Umbau des Nichtschwimmerbereichs beginnt.

Quelle: Geschichtsverein Geesthacht

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